WM Europa – Gruppe I: Revanchegelüste und neue Hoffnungen

 

Auf dem Papier gehen die Kroaten als klare Favoriten in die Spiele der Gruppe I. Vier WM-Teilnahmen stehen zu Buche und damit eine mehr als die anderen fünf Teams zusammengenommen. Die Feurigen um Superstars wie Luka Modric, Ivan Rakitic und Mario Mandzukic, die in der jüngsten Vergangenheit mit drei unterschiedlichen Vereinen (Real Madrid, FC Barcelona, FC Bayern München) die UEFA Champions League holten, waren als einzige Mannschaft dieser Staffel auch bei der letzten Auflage in Brasilien mit dabei. Zwei weitere Teams hatten sich darüber hinaus bis zum Ende große Hoffnungen auf das Turnier am Zuckerhut gemacht, scheiterten schlussendlich nur knapp.

Ganz neu dabei ist Kosovo, das seit Mai 2016 als offizielles FIFA-Mitglied bestätigt wurde.

Die Mannschaften
Kroatien
Island
Ukraine
Türkei
Finnland
Kosovo

Der Ausblick
Die Isländer waren zweifelsohne eines der Überraschungsteams der letzten Europa-Qualifikation. Hinter der Schweiz belegten sie Rang zwei, was zur Playoff-Teilnahme berechtigte. Dort wartete Kroatien. Nach einem 0:0 im Hinspiel vor heimischer Kulisse unterlagen die Skandinavier auswärts mit 0:2. Mandzukic und Darijo Srna trafen und machten den isländischen Traum zunichte. Mit ersterem Torschützen im Rückspiel sowie Olafur Skulason im Hinspiel kassierte jeweils ein Akteur jedes Teams in diesen Playoffs eine rote Karte. Für den kroatischen Angreifer umso bitterer, da er dadurch das WM-Eröffnungsspiel gegen Gastgeber Brasilien verpasste. Damals deuteten die Isländer schon an, dass sie bei der UEFA EURO 2016 für Überraschungen sorgen könnten und taten das dann auch mit dem Viertelfinal-Einzug.

Für beide Mannschaften ist es das dritte Aufeinandertreffen auf dem Weg zu einem weltweiten Gipfeltreffen. Bereits in der Qualifikation für Deutschland 2006 traf man aufeinander. Kroatien setzte sich in Zagreb mit 4:0 und in Reykjavik mit 3:1 durch. Gelingt nun endlich der erste Sieg für die Auswahl aus dem hohen Norden?

Hätten Sie’s gewusst?
Kurz davor: Neben Island schaffte es auch die Ukraine in die Playoffs für Brasilien 2014 und hatte das WM-Ticket so gut wie in der Tasche: 2:0 siegten die Gelb-Blauen im Hinspiel gegen Frankreich, doch im Pariser Stade de France drehte der Weltmeister von 1998 die Partie und triumphierte mit 3:0.

„Klein aber fein“: Lediglich rund 320.000 Einwohner weist Island auf. Damit könnten die Skandinavier zur kleinsten Fussballnation avancieren, die sich je für das größte und bedeutendste Turnier in der weltweit beliebtesten Sportart qualifiziert.

Erfahrung als Trumpf: Neben Kroatien (4 Teilnahmen) schnupperten lediglich die Türkei (2) sowie die Ukraine (1) in der Vergangenheit bereits WM-Luft.

Die Zahl
3 – Finnland kam zuletzt zweimal in Folge bei der WM-Qualifikation auf Platz 3. Auf dem Weg nach Südafrika mussten die Skandinavier Deutschland und Russland den Vortritt lassen, anschließend waren Spanien und Frankreich nicht zu schlagen. Darüber hinaus sind zwei dritte Plätze das beste Ergebnisse, was die Teams dieser Gruppe I bei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ erreichen konnten. Die Kroaten zogen 1998 nach Siegen unter anderem gegen Rumänien und Deutschland in die Runde der letzten Vier ein, wo man gegen den Gastgeber und späteren Turniersieger Frankreich 1:2 verlor. Im „kleinen Finale“ sicherte man sich gegen die Niederlande (2:1) den dritten Rang. Die Türkei gelangte 2002 der Sprung aufs Treppchen und schlug dabei beide Gastgeber (Japan im Achtelfinale/Korea Republik im Spiel um Platz 3).

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