WM Europa – Gruppe F: Alte Rivalen

 

Die älteste internationale Rivalität im Fussball wird wiederbelebt. Sie entstand bereits 42 Jahre vor Argentinien gegen Brasilien und 91 Jahre vor Algerien gegen Ägypten. Nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten ohne Pflichtspiel zwischen den beiden Rivalen kommt es in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ endlich wieder zu einem Duell zwischen England und Schottland. Doch das ist nicht der einzige Höhepunkt in Gruppe F: Auch die Slowakei und Slowenien beleben ihre fussballerische Rivalität neu, die in der Qualifikation für Südafrika 2010 entstand.

Die Teams
England
Slowakei
Schottland
Slowenien
Litauen
Malta

Der Ausblick
England und Schottland bestritten 1872 das erste Fussball-Länderspiel aller Zeiten. Abgesehen von zwei Unterbrechungen während des I. und II. Weltkriegs gab es in den folgenden 117 Jahren stets mindestens ein Pflichtspiel zwischen den beiden Ländern, wobei die Bilanz nahezu ausgeglichen war. Dann allerdings wurden die von den Fans beider Seiten sehr geschätzten Begegnungen immer unregelmäßiger. Die letzten Pflichtspielduelle gab es 1999. Dass die lange Wartezeit nun ausgerechnet in der Qualifikation für das wichtigste Fussballturnier der Welt enden wird, sorgt auf beiden Seiten der englisch-schottischen Grenze für Begeisterung. England gilt als Favorit, schließlich liegen die Engländer bei der Anzahl der WM-Teilnahmen nur hinter Brasilien, Deutschland, Italien, Argentinien und Mexiko, haben Schottland in den beiden letzten WM-Qualifikationsspielen besiegt und zudem mit Wunderkind Raheem Sterling und Stürmer Wayne Rooney zwei echte Topstars in ihren Reihen. Doch auch die Schotten haben solide Akteure im Kader, darunter Craig Gordon, Darren Fletcher und Steven Naismith. Hinzu kommen der berühmte Kampfgeist, die grandiose Fan-Unterstützung durch die Tartan Army und der enorme Wille, sich nach 1998 endlich einmal wieder für eine WM-Endrunde zu qualifizieren. Die Schotten haben im Laufe der Zeit für einige unvergessliche WM-Momente gesorgt, darunter auch der Torjubel des heutigen Trainers Gordon Strachan 1986 in Mexiko, der nach einem Treffer gegen Deutschland zu einer Werbebande lief, aber nicht etwa jubelnd darüber sprang, sondern lediglich ein Bein darauf ablegte.

Auch die Rivalität zwischen der Slowakei und Slowenien wird in Gruppe F wieder aufleben. In der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ hatten die Slowaken beide Spiele gegen die Slowenen verloren. Dennoch landeten Martin Skrtel, Marek Hamsik und Co. am Ende auf dem ersten Platz der Gruppe und sicherten sich die direkte Qualifikation für die 19. WM-Endrunde. Samir Handanovic und seine Teamkameraden mussten den Umweg über die Playoffs gehen.

Hätten Sie’s gewusst?
Slowakische Finalisten: Fünf Slowaken haben bislang ein Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ bestritten. 1934 stand Stefan Cambal im Kader der Tschechoslowakei, die mit 1:2 gegen Italien verlor. 1962 unterlagen Viliam Schrojf, Jan Popluhar, Andrej Kvasnak und Adolf Scherer mit 1:3 gegen Brasilien. Im Turnierverlauf hatten Slowaken für vier der sechs Tore der Tschechoslowakei gesorgt.

Schottische Legende aus Litauen: Sir Matt Busby, legendärer schottischer Ex-Nationalspieler und -Trainer, war der Sohn litauischer Einwanderer. Der ehemalige Mittelfeldspieler war der Macher der so genannten ‘Busby Babes’ von Manchester United, die den englischen Fussball beherrschten und drei Meistertitel in Folge gewannen, bevor ein Großteil bei der Katastrophe von München ums Leben kam. Busby wurde dabei lebensgefährlich verletzt, erholte sich jedoch wieder und baute in den folgenden Jahren eine neue Mannschaft auf, die weitere Titel holte und 1967/68 den Europapokal gewann.

Beliebte Spielorte: Nur zwei der sechs Mannschaften haben ein Nationalstadion in der Hauptstadt, nämlich England (Wembley-Stadion in London) und Litauen (LFF-Stadion in Vilnius). Slowenien hat kein Heimstadion sondern tritt in verschiedenen Stadien im Land an, während Schottland üblicherweise den Hampden Park in Glasgow und die Slowakei das Stadion pod Dubnom in Zilina nutzen. Kurioserweise befindet sich das Heimstadion Maltas, das Ta‘ Qali-Nationalstadion, in der pittoresken Kleinstadt Attard, die wegen ihrer Zitrusplantagen, botanischen Gärten und rustikalen Bauernhäuser bekannt ist.

Statistik
40 – So viele WM-Qualifikationsspiele musste Malta auf den ersten Sieg warten. Kris Laferla sorgte 1993 in Estland mit einem tückischen Heber über den gegnerischen Torhüter Mart Poom für den 1:0-Erfolg. Auf den nächsten Sieg mussten die Malteser weitere 20 Jahre und 48 Spiele warten. Dann gelang Michael Mifsud in einem Auswärtsspiel gegen Armenien der einzige Treffer der Partie.

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